Staatsmeister auf der Mitteldistanz
Am Samstag konnte der SU TRI STYRIA Athlet Max Renko die Tri-Motion Saalfelden mit fünf Minuten Vorsprung für sich entscheiden und sich damit auch den Österreichischen Staatsmeister-Titel über die
Mitteldistanz (2/80/22 km) sichern! Das ist neben seinem AK-WM-Sieg 2009 auf Hawaii sicher einer der größten Erfolge seiner bisherigen Laufbahn. Außerdem konnte er sich gemeinsam mit seinen SU TRI STYRIA Teamkollegen Vincent Rieß (der sehr starker Dritter bei den Staatsmeisterschaften wurde) und Martin Lanzer den Staatsmeistertitel mit der Mannschaft holen! Elisabeth Gruber konnte sich mit einer hervorragenden Zeit den 2. Rang der Österreichischen Meisterschaft in der W-Elite1 Klasse sichern.
1. Max Renko SU TRI STYRIA 3:46:08
2. Dominik Berger SV Casino Kleinwalsertal 3:50:54
3. Jan Rehula Hluboka N. Vltavou 3:52:02
4. Vincent Rieß SU TRI STYRIA 3:53:02
68. Martin Lanzer SU TRI STYRIA 4:32:33
79. Jarno Grinschgl SU TRI STYRIA 4:36:23
95. Elisabeth Gruber SU TRI STYRIA 4:40:14
132. Bernhard Rabitsch SU TRI STYRIA 4:49:49




Rennbericht Rocco
Shagadelic - anders lässt sich das vergangene Wochenende nicht beschreiben.
Bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft über die Mitteldistanz (neu-deutsch: "Double Olympic Distance") im Rahmen der Tri-Motion Saalfelden konnte ich das Maximum aus mir und meiner Form herausholen: Gesamtsieger und neuer Österreichischer Staatsmeister!
Ein Rennen zu gewinnen ist nie leicht, schon gar nicht auf Ansage. Die Tri-Motion war für mich neben den Ironman-Bewerben in Südafrika und Klagenfurt ganz klar ein Rennen von höchster Priorität. Ich wollte gewinnen und Genugtuung erlangen für den neunten Rang in Klagenfurt, der mich persönlich nicht wirklich zufriedengestellt hatte.
Dabei stand hinter meinem Start drei Tage vor dem Bewerb noch ein mächtiges Fragezeichen, als ich mit Verdacht auf Achillessehneneinriss in der MR-Röhre lag. Ich hatte zwar danach noch immer nicht die Fähigkeit, metallische Gegenstände durch reine Willenskraft zu bewegen, aber immerhin auch die
Entwarnung: Die Achillessehnenschmerzen, die mich seit Wochen plagen, rühren "lediglich" von einer chronischen Entzündung her, welche sich auf die Schleimbeutel ausgebreitet hat. Ein Abriss sei daher nicht zu befürchten, und von Dr. Barbara Schwab bekam ich die Freigabe zum Start, wenn auch
kopfschüttelnd und mit mahnenden Worten. Immerhin sorgte sie mittels Laser und Akupunktur, dass die Entzündung schnellstmöglich wieder abklingt; den Rest müsse das Kinesio Tape und meine Schmerztoleranz bewerkstelligen.
Immerhin, wer die Achillessehne schonen muss, kann als Jünger der Dreifaltigkeit immer noch schwimmen gehen, was sich am Renntag in einem tollen Wassergefühl niederschlagen sollte. Der Dauerregen hatte keine 60 min vor dem Start aufgehört, ehe es im 16° kalten Ritzensee (verdammt, ist das hier ein Kneipp-Kurort?!?) über 2.000 m ans Eingemachte ging. Ich kam gut weg, fand schnell meinen Rhythmus und konnte mit einer für mich wirklich tollen Schwimm-Performance den Rückstand auf die übrigen Mit-Favoriten gering (30-40 Sek.) halten. Nur ganz vorne rund um die bekanntermaßen gut
schwimmenden Kurzdistanz-Profis Dominik Berger und Jan Rehula (3. in Sydney!) wurde ein deutlich höheres Tempo angeschlagen: Drei Minuten auszufassen bedeutet nicht nur jede Menge Hausaufgaben für den heißen Herbst in Australien, sondern auch wenig Wellness auf den nun bevorstehenden 80 km
Radfahren.
Den Computer meiner SRM Wattmesskurbel sowie jeglichen anderen elektronischen Schnick-Schnack zum Einteilen des Renntempos hatte ich zwecks Steigerung der Dramaturgie natürlich zu Hause vergessen, dafür fand ich rasch meine perfekte Tagesform, die ich in Klagenfurt noch schmerzlich
vermisst hatte. Nach eineinhalb von drei Radrunden auf dem hügeligen, nassen und verwinkelten Kurs hatte ich das Führungsduo Berger/Rehula überholt und meinen Vorsprung bis in die zweite Wechselzone bis auf rund 90 Sekunden ausgebaut. Zu wenig, um auf den finalen 22 km gegen die üblicherweise stark
laufende Kurzdistanz-Konkurrenz bestehen zu können?
Ich lief jedenfalls wie ein Bankräuber, blickte nicht zurück und erwartete, bald durchgereicht zu werden. Eine schmerzende Achillessehne, fehlende Laufkilometer und ein wohl von einem passionierten Sadisten erdachter Laufkurs würden mich wohl auf direktestem Wege ins Tal der Tränen schicken.
Aber denkste - völlig verwundert bekam ich die Info, dass mein Vorsprung sogar gewachsen war! Für die letzten sieben Kilometer hatte ich ca. fünf Minuten Vorsprung (mangels Uhr wusste ich nichts Genaues). Eigentlich eine gemähte Wiese, wären da nur nicht meine blinkende Tankanzeige und ein stark
auflaufender Dominik Berger gewesen, der sich von Rang Drei auf Zwei vorgeschoben hatte.
"Der perfekte Rennwagen überquert als Erster die Ziellinie und fällt dann auseinander" (Enzo Ferrari)
Die Ziellinie kam sicher keinen Meter zu früh, doch zum Glück reichte mein Vorsprung aus, um die atemberaubende Stimmung in der Eventarena auskosten zu können und die Ziellinie in 3:46:08 zu überqueren. Herzliche Gratulation an Dominik Berger, der mich am Ende nochmal zittern und rechnen ließ, und der sich mit Rang Zwei vor Jan Rehula auf den Vizestaatsmeister holte. Dritter in dieser Wertung wurde mein SU TRI STYRIA Teamkollege Vincent Rieß. Mit ihm sowie Martin Lanzer holten wir uns zudem noch den ÖM-Titel in der Mannschaftswertung!
Das Gefühl am Tag danach ist einfach unbeschreiblich. Im Nachwuchs- und U23-Bereich bin ich bei österreichischen Meisterschaften unzählige Male als Zweiter leer ausgegangen, und nun bin ich nicht nur Österr. Meister der Elite 1, sondern auch STAATSmeister! Mit fetter Medaille, Ansteck-Pin vom
Minister, Sekt-Herumspritzen und dem ganzen stylischen Pomp, den "posing, porn & triathlon" ausmachen sollte. Neben dem WM-Rennen auf Hawaii sicher einer meiner schönsten Erfolge meiner bisherigen Laufbahn.
Cheers,
Rocco
M.H.


