Sechs-Stundenlauf Wildon
Text: Christian Kainz
Der Lauf war für mich ein recht gewagtes Experiment. Nach dem Kärnten Ironman Austria war außergewöhnlich viel nix tun angesagt, Training beschränkte sich hauptsächlich auf das vielgepriesene Grundlagenbiertrinken (mit einigen White Russian Steigerungen), ziel- und orientierungslos trieb ich quasi am Meer des Sports.
Und dann hab ich von diesem 6h Lauf vor meiner Haustüre erfahren, zwei bis drei Sekunden überlegt, und die hervorragende Idee gehabt mitzumachen.
Um nicht völlig unvorbereitet an den Start zu gehen war ich zumindest zwei Mal laufen (einmal immerhin zwei Stunden, die mich auch fast umgehaut hätten)!
Start der sehr überschaubaren und familiären Veranstaltung war um 18:00, die Strecke eine 1100 m lange Runde um den Badesee. Rund 60 EinzelläuferInnen und einige 4er und Mega-Staffeln stellten sich der Herausforderung bei strahlendem Sonnenschein.
Der Start unspektakulär, keine Sprinter die gleich vorne weg zischen. Für mich lief es von Beginn an sehr gut (an die 5 min/km), die ersten Stunden vergingen geradezu blitzartig, und als ich dann auch noch auf einer Anzeigetafel (die führenden 7 Frauen bzw. Männer wurden dort mit Namen und km ausgehängt) meinen Namen auf Platz 4 entdeckte, habe ich sowieso nur noch gegrinst. Na das geht ja leicht J
Die Leichtigkeit bekam nach etwa drei Stunden erste Falten, eine weitere halbe Stunde später traten erste etwas größere Zweifel auf ob der Lauf tatsächlich eine ausgezeichnete Idee war, und nach vier Stunden fiel ich dann in gewaltiges Loch. Meine Motivation, mein ganzer Antrieb wurde von einem schwarzen Loch verschluckt. Dunkel und kühl war es mittlerweile, die gesamte Strecke war mit großen Teelichtern geradezu romantisch markiert, aber ich hatte nur einige wenige Gedanken: mir is kalt, i will heim, und i mag vor allem net laufen! So bin ich zwei Runden gegangen (hab 11 bzw. 13 Minuten gebraucht), bin auf Platz 7 zurückgefallen, was soll das?!?
Dann war es meine bessere Hälfte die mir ungefähr folgendes mit auf den Weg gab: Christian, du bist Ironman, also was is mit dir, LAUF!!! (Danke Hanna J Ja genau, was ist mit mir, um den See spazieren ist nicht der Grund warum ich da unterwegs bin, also Hirn an Beine, Laufen, LAUFEN, mühevoll aber doch beginne ich wieder Tempo aufzunehmen, kaum wollen meine Beine gehorchen (zum Glück sieht an den dunklen Stellen der Strecke eh keiner wie seltsam und komisch das wohl aussehen muss was ich da versuche). Für mich doch sehr überraschend verschwindet die totale Steifigkeit aus den Beinen zusehends, und siehe da, plötzlich scheint wieder alles easy.
Die letzte Stunde lief ich wieder wie aufgezogen, mit einem Lächeln im Gesicht wie sich das gehört, und voller Freude. Fast schade dass es nach 6 Stunden vorbei war ;-)
Platz 4 hatte ich mit meiner Schwächephase verspielt, aber zumindest auf Platz 6 (Männer gesamt) bzw. Platz 5 Hauptklasse habe ich mich wieder vorgearbeitet.
Ergebnisse
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